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Seiteninhalthalt

Was ist ein Morbus Pompe und welche Ursache hat er?

(Video: sanofi-aventis (schweiz) ag)

Morbus Pompe ist eine seltene Erbkrankheit. Sie geht häufig mit schweren Beeinträchtigungen der Mus­ku­latur einher. Die Pompe´sche Erkrankung kann sowohl im Kindes-, als auch im Jugend- oder Erwachsenenalter in Erscheinung treten. Ursache dieser seltenen Krankheit ist ein Mangel oder das völlige Fehlen eines speziellen Enzyms, also eines Eiweißes (genannt saure α-Glukosidase oder auch als saure Maltase bezeichnet), das in den sogenannten Lysosomen der Zellen vorkommt.

Der Morbus Pompe ist unter anderem unter den Bezeichnungen „Glykogenose Typ II", „Glykogen­speicherkrankheit Typ II (Fachabkürzung: GSD-2)"  und auch unter „saurer Maltasemangel“ bekannt.

Die Pompe´sche Erkrankung wurde nach einem Arzt und Pathologen aus den Niederlanden mit Namen J. C. Pompe (1901-1945) benannt. Im Jahre 1932 hatte Pompe bei einem 7 Monate alten Mädchen eine Erkrankung beschrieben („Cardiomegalia glycogenica diffusa“), deren Ursachen er nicht kannte, bei der aber weitreichende Beteiligungen an verschiedenen Organen zu erkennen waren.

Bei Patienten mit M. Pompe ist der Organismus wegen eines Gendefektes nicht in der Lage, in ausreichender Menge das Enzym saure α-Glukosidase herzustellen. In verschiedenen Geweben unseres Körpers gibt es sogenannte Lysosomen. Dies sind sackähnliche Strukturen, in denen das bei M. Pompe-Patient nicht in ausreichender Menge vorhandene Enzym normalerweise vorkommt.

In den Lysosomen werden vor allem verschiedene größere Moleküle gespalten, sodass der Körper die Bestandteile weiterverwerten (oder auch ausscheiden) kann. Daher ist bei allen rund 40 bekannten lysosomalen Spei­cher­er­kran­kungen der Abbau von komplexen Molekülen in den Lysosomen krankhaft verändert. Die Symptome der verschiedenen lysosomalen Spei­cher­erkrankungen sind sehr unterschiedlich.

Fehlt wie beim Morbus Pompe die saure α-Glukosidase oder ist sie nicht genügend vorhanden, dann sammelt sich die Substanz Glykogen (eine Speicherform des Zuckermoleküls Glukose) in den Lysosomen an. Der Ausdruck lysosomale Speicherkrankheit kommt daher, dass sich bestimmte, eigentlich in den Lysosomen zu spaltende Stoffe (hier Glykogen), in den Lysosomen fortschreitend anhäufen (also „gespeichert“ werden). Die durch die Glykogenspeicherung verursachten Zellschäden führen bei Patienten mit einem Morbus Pompe vor allem in den Muskeln zu Symptomen. Im Verlauf der Erkrankung gehen immer mehr Muskelzellen zugrunde, sodass es zu einer Abnahme der Muskelmasse kommt. Daher wird der Morbus Pompe nicht nur zu den lysosomalen Speicherkrankheiten, sondern auch zu den stoffwechselbedingten Muskelerkrankungen (Fachbegriff: metabolische Myopathie) gezählt.  Es sei schon hier erwähnt, dass es viele weitere Muskelerkrankungen (Fachbegriff: Muskeldystrophien) gibt, bei denen es wie bei der Pompeschen-Krankheit zu einer Abnahme der Muskelmasse kommt.

Was bedeutet „seltene Erkrankung“ im Zusammenhang mit Morbus Pompe?

Erwachsener Pompe-Patient mit 24-Stunden-Beatmung (Tracheotomie)
Erwachsener Patient mit der Pompe´schen Erkrankung, der durch eine Schädigung der Atemmuskulatur eine 24-Stunden-Beatmung (mit Luftröhrenschnitt, Fachbegriff: Tracheotomie) benötigt, und durch die Muskelschwäche in Hüfte und Beinen auf den Rollstuhl angewiesen ist. (Bildquelle: Genzyme GmbH)

Der Morbus Pompe gehört zu den seltenen Erkrankungen, deshalb sind genaue Angaben zur Häufigkeit bisher nicht möglich. Experten schätzen allerdings, dass die Erkrankung weltweit bei ungefähr einer von 40.000 Lebendgeburten auftritt.

Textauszug zum Video bitte hier öffnen

Prof. Kai Rösler: Man versucht Volkskrankheiten wie Diabetes zu behandeln und das ist sicher auch sehr wichtig und da werden auch viele Ressourcen hineingesteckt und dabei gehen diese ganz wenigen Patienten, die schlimme Krankheiten haben, die selten sind, ein wenig vergessen. Und es wäre gut, wenn das Bewusstsein für solche Krankheiten eben etwas angehoben würde. Krankheiten, die von einem einzelnen Allgemeinarzt einmal pro Praxisleben gesehen werden, sind sicherlich seltene Krankheiten. Deshalb rechnet der Arzt nicht damit, er rechnet mit etwas häufigem, dazu sind die Ärzte ja auch ausgebildet, dass sie zunächst die häufigen Krankheiten suchen, vermuten und auch zu diagnostizieren versuchen und darum gehen dann die Seltenen häufig zunächst einmal vergessen. Die Patientin hat ja einen Morbus Pompe und Morbus Pompe ist in ihrem Fall eine Krankheit, die die Muskeln schwächt, und man sieht es ja auch an der Art wie sie atmet. Sie braucht die Arme zum Atmen, damit sie die Atemmuskeln unterstützen kann. Sie hat auch einen Rollator, den Sie hier sehen damit sie laufen kann, damit sie nicht stürzt. Und sie wird zum Beispiel auch in der Nacht, wenn sie schläft, damit sie genügend Luft bekommt, wird sie beatmet mit einer Maske. Der Pompe ist eine Krankheit, die die Muskeln befällt und dadurch unterscheidet er sich nicht von vielen anderen Muskelkrankheiten, das sieht dann klinisch genau gleich aus, also der Patient, der eine Muskeldystrophie, einen Muskelschwund oder eine andere Muskelkrankheit hat, der sieht für den Arzt und für sich selbst eigentlich genau gleich aus, wie einer, der Morbus Pompe hat. Und damit ist das natürlich zu verwechseln und deshalb ist es speziell schwierig, diese Diagnose zu stellen.

Patientin: Ich war bereits als Kind sehr schwerfällig und fiel oft hin. Auch der Sportunterricht war sehr schwierig für mich, deshalb schwänzte ich ihn oft. Also ich dachte einfach, ich wäre extrem unsportlich, der Gedanke an eine Krankheit kam erst viel später, als ich plötzlich keine Treppen mehr steigen konnte. Vom Hausarzt zum Orthopäden, weiter zum Neurologen, dann ins Inselspital. Es wurde von einer Muskeldystrophie gesprochen, die Diagnose konnte erst nach sieben Jahren gestellt werden. Es war eine sehr schwierige Zeit, ich wurde auf der Straße wegen meiner komischen Gangart ausgelacht, dazu kam noch mein Atemproblem, es war einfach eine harte  Zeit.

Prof. Kai Rösler: Die Belastung für den Patienten, wenn die Diagnose so lange nicht gestellt wird, ist natürlich die Ungewissheit, in der er schwebt und so lange die Diagnose nicht gestellt ist, kann man ja auch keine Behandlung machen, und auch das ist natürlich extrem Belastend, wenn man sieht, dass sie Krankheit fortschreitet und es kann nicht geholfen werden.

Patientin: Einmal im Inselspital angekommen, gelangte ich schnell an Herr Prof. Rösler. Als ich die Diagnose  erhalten habe, fühlte ich mich erleichtert, dass die Krankheit einen Namen hat.

Prof. Kai Rösler: Wenn Sie eine Krankheit haben, die fortschreitet, Sie invalidisiert und jahrelang keine Diagnose gestellt wird und Sie noch immer keinen Spezialisten oder Arzt gefunden haben, der etwas davon zu verstehen scheint, dann ist es sicher angebracht, noch einmal zu insistieren und noch einen Arzt zu finden. Andere Patienten, die Beschwerden haben, die vielleicht ein, zwei Wochen dauern, die können vielleicht noch ein wenig warten mit der Suche nach einem Spezialisten. Meistens ist es ja dann keine seltene Krankheit oder eine schlimme unbehandelbare Krankheit, die dahinter steht, sondern es sind Symptome, die wahrscheinlich eher banal sind. Wenn aber eine seltene Krankheit dahinter steht, dann soll so ein Patient versuchen, sich in einer spezialisierten Uniklinik zu melden, weil die Chancen, dass er einen Spezialisten findet, der etwas davon versteht, ist an diesen Kliniken am höchsten.

Was sind die Hauptsymptome bei Morbus Pompe?

Die Symptomatik bei M. Pompe Patienten ist - vor allem bei den späteren Verlaufsformen - uneinheitlich.

Da Glykogen in den Muskelzellen (aber nicht nur dort!) des gesamten Körpers gespeichert wird, können Symptome auch fast überall auftreten. Diese nehmen mit der Zeit an Schwere zu.

Wenn Sie die nachfolgende oder eine andere Liste der Krankheitsanzeichen (Fachbegriff: Symptome) durchgehen, bedenken Sie bitte, dass nicht jeder, der an einem Morbus Pompe erkrankt, auch alle Symptome in genau der beschriebenen Art und Weise aufweisen muss (und auch umgekehrt nicht jeder mit den genannten Symptomen zwingend an einem M. Pompe erkrankt ist). Wenn die Krankheit fortschreitet, können sich auch die Symptome verändern; so können neue Beschwerden im Laufe der Zeit dazu kommen, andere unter Umständen wieder verschwinden.

Welche körperlichen Schädigungen können bei Morbus Pompe vorkommen?

Bei Säuglingen mit M. Pompe treten Symptome als Folge der Schädigung der Muskelzellen durch die abgelagerte Speichersubstanz meist bereits in den ersten Lebens­wochen oder -monaten auf. Nicht selten führt die Eltern eine beobachtete Trinkschwäche zum Kinderarzt. Der Säugling strengt sich beim Trinken erkennbar an, schwitzt dabei oft stark und ist rasch erschöpft, ohne ausreichend getrunken zu haben. Die Gewichtsentwicklung ist hierdurch meist verzögert. Vor allem im Vergleich mit gleichaltrigen Kindern fällt der schlaffe Muskeltonus, die Unfähigkeit, den Kopf selbständig anzuheben, fehlende Krabbelaktivität und eine insgesamt reduzierte Spontanbewegung auf. Viele typische „Meilensteine“ der normalen Entwicklung werden nicht erreicht.

Bei einem späteren Einsetzen der Symptome im Kindes- und Jugendlichenalter ist besonders die Muskulatur des Schulter- und Beckengürtels, häufig aber auch des Rückens, auffällig betroffen.

Hierbei kann das Treppensteigen, das Aufstehen aus dem Sitzen und auch das Heben der Arme über Schulterhöhe merklich beeinträchtigt sein. Diese Krankheitszeichen verschlechtern sich im Laufe der Erkrankung durch die zunehmende Anreicherung der Speichersubstanz Gly­ko­gen in den betroffenen Muskeln. Bei manchen Patienten wird auch die Vergrößerung der Zunge (Fachbegriff: Makroglossie) beobachtet. Da bei dieser Erkrankung nicht nur die Muskeln, sondern gleichzeitig auch die beteiligten Nerven, die diese Muskeln versorgen, geschädigt werden können, kommt es zu verminderten bis hin zu völlig fehlenden Muskelreflexen (Fachbegriff: Areflexie). Sogar über Stimmverlust wurde bei einigen Morbus Pompe-Patienten berichtet.

Wie kommt es bei Morbus Pompe zu Schluckbeschwerden?

Auch die Muskulatur im Mund-, Rachen- und Halsbereich kann betroffen sein. Ebenso können die versorgenden Nerven geschädigt sein, was häufig zu einer Beeinträchtigung der Schluckfähigkeit führt.

Im Säuglings- und Kleinkindalter fällt dieses Symptom bereits früh durch entsprechende Probleme beim Saugen oder Füttern des Kindes auf, im späteren Alter dann durch häufiger auftretendes Verschlucken.

Wie kommt es bei der Pompe´schen Erkrankung zu der ausgeprägten Atemschwäche?

Das Alter, in dem die Erkrankung offenkundig wird, schwankt zwar sehr, jedoch kommt es meistens neben einer fortschreitenden Schwäche der Be­we­gungs­mus­ku­latur auch zu ausgeprägten Atemproblemen. Diese Probleme bei der Atmung treten mehr oder minder stark auf, sie sind aber typischerweise auf eine krank­heits­bedingte Zwerchfellschwäche zurückzuführen.

Der Schweregrad der Krankheitszeichen bei Morbus Pompe kann erhebliche individuelle Unterschiede auf­wei­sen. Das Zwerchfell als kuppelförmiger Muskel, der die Brusthöhle von der Bauchhöhle trennt, fungiert als mit Abstand wichtigster Atemmuskel. Wenn der M. Pompe schon im Säuglingsalter in Erscheinung tritt, dann kann es auch zu einer zunehmenden Herzmuskelschwäche mit Herzversagen kommen.

Welche typischen skelettbedingten Auffälligkeiten kommen bei Morbus Pompe vor?

Rückenschmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule, Verkrümmungen der Wirbelsäule (Fachbegriff: Skoliosen) sind auf eine unterentwickelte oder geschädigte Rumpfmuskulatur zurückzuführen. Deshalb trägt bei Patienten mit der Pompe-Krankheit die Wirbelsäule die hauptsächliche Last des Oberkörpers.

Hier wird also die Wirbelsäule nicht wie beim Gesunden durch die entsprechende Muskulatur unterstützt. Zur Stabilisierung des Gleichgewichtes kommt es oft zu einer kompensatorischen Gegenbewegung, was zu einem auffälligen Gangbild des Patienten oder einem insgesamt unsicheren Gang führt.

Wie kommt es bei der Pompe-Krankheit zu einer Herzmuskelbeteiligung?

Eine Herzmuskelbeteiligung (Fachbegriff: Kardiomyopathie) ist vor allem für die sehr schwere, frühe (sog. infantile) Verlaufsform des Morbus Pompe typisch. Das menschliche Herz besteht aus dem besonders ausdauernden, kräftigen und gut durchbluteten Herzmuskel. Die Speicherung des Glykogens führt zu einer Funktionsstörung der Herz­muskelzellen. Der Körper versucht für eine gewisse Zeitspanne, durch eine Verdickung des Herzmuskels zu reagieren. D.h. das Herz versucht, durch eine größere Herzmasse die schlechtere Funktion des geschädigten Herzmuskels wieder auszugleichen.

Der Herzmuskel kann dabei massiv vergrößert sein (Fachbegriff: Kardiomegalie). Allerdings kommt es im weiteren Verlauf der Erkrankung dann jedoch zu einem funktionalen Versagen des Herzens (Fachbegriff: Dekompensation des Herzens).

Eine relevante Beteiligung des Herzmuskels ist bei der später einsetzenden Verlaufsform der Pompe-Krankheit im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter zum Glück selten zu beobachten. Etwas gehäuft werden jedoch Herz­rhyth­musstörungen beobachtet.

Wieso ist bei Patienten mit Morbus Pompe manchmal auch die Leber beteiligt?

Ein Teil der Patienten mit M. Pompe zeigt eine Vergrößerung der Leber (Fachbegriff: Hepatomegalie). Tritt der für M. Pompe typische Mangel an saurer α-Glukosidase auf, kommt es auch in der Leber zur vermehrten Glykogenspeicherung.

Bei Blutuntersuchungen können daher im Labor erhöhte Leberwerte festgestellt werden. Ist die Leber stärker betroffen, kann es zu Funktionseinschränkungen kommen. In Einzelfällen ist auch ein Leberversagen durch eine Leberzirrhose beschrieben worden.

Wieso ist das Allgemeinbefinden bei Morbus Pompe beeinträchtigt?

Das Allgemeinbefinden von Betroffenen der Pompe-Krankheit ist oft deutlich reduziert. So führt eine eingeschränkte Belüftung der Lungen dazu, dass die notwendige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff bzw. Abgabe von Kohlendioxid (anfangs vor allem im Schlaf) nicht optimal ist. Die Patienten klagen zum Teil über morgendliche Kopfschmerzen und Tagesmüdigkeit, aber auch chronische Erschöpfung (Fachbegriff: Fatigue). Dies kann bis hin zu Bewusstseinstrübungen bei M. Pompe-Patienten führen.
Bei Kindern werden oft die altersgemäßen Entwicklungs­stufen nicht oder nicht zeitgerecht erreicht. Die typische im Verlauf der Pompe-Erkrankung nachlassende Muskelkraft macht sportliche Aktivitäten schwierig, manche beruflichen oder persönlichen Ziele sogar unerreichbar.

Viele Patienten werden im Laufe der fortschreitenden Erkrankung rollstuhlpflichtig. Auftretende Beschwerden beim Kauen und Schlucken sind eine häufige Ursache für Untergewicht. Wenn die Schluckbeschwerden bei Kindern auftreten, sind sie auch für Gedeihstörungen verantwortlich. Daneben klagen Patienten auch über Magen-Darm-Probleme, wie z.B. Durchfälle oder auch Verstopfung.

Wie kommt es bei Morbus Pompe zu Gefäßveränderungen?

Auch Gefäßveränderungen sind in einigen Fällen bei Patienten mit Morbus Pompe beobachtet worden. Es herrscht allerdings derzeit noch keine Klarheit darüber, ob diese Veränderungen mit der Pompe-Erkrankung im direkten Zusammenhang stehen.

Beobachtet werden sich vergrößernde Ausbuchtungen von Blutgefäßen (Fachbegriff: Aneurysmen), die durch die zunehmende Wandspannung einreißen und so zu schweren Blutungen führen können. Bei diesen Krankheitsymptomen sind allerdings weitere Untersuchungen nötig.

Weitere Informationen zu Morbus Pompe finden Sie unter www.genzyme.de.

Diagnostik von M. Pompe Patienten - wie wird M. Pompe diagnostiziert?

Klinische Anzeichen bei Morbus Pompe-Patienten

Aufgrund der ausgeprägten Symptomatik und auch aufgrund des bedrohlich schnellen Voranschreitens der Erkrankung lässt sich bei Säuglingen mit der infantilen Verlaufsform des Morbus Pompe die Diagnose relativ zuverlässig stellen. Auf der Röntgenaufnahme des Brustkorbs findet sich oft ein stark vergrößertes Herz. Ein solcher Befund zeigt dem Arzt, dass hier eine ernsthafte Erkrankung vorliegt, die dann unbedingt abgeklärt werden muss. Aber auch andere von den Eltern oder vom Arzt beobachtete Symptome (z.B. Trinkschwäche, eine Verzögerung der motorischen Entwicklung oder Atemprobleme) können auf das Vorliegen des Morbus Pompe hinweisen. Gerade bei älteren Patienten mit der Pompe-Krankheit wird die richtige Diagnose oft erst nach längerer Erkrankungszeit und einem nervenaufreibenden Gang „von Pontius zu Pilatus“ gestellt. Leider sind viele Symptome der Pompe´schen Erkrankung den Symptomen anderer Erkrankungen sehr ähnlich und treten darüber hinaus häufig noch zeitlich versetzt und in individuell oft unterschiedlicher Reihenfolge auf.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Ärzte in ihrer Praxis noch nie einen Pompe-Patienten zu Gesicht bekommen haben. Es werden daher in der Regel erst alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen, bevor eine Diagnose wie die der so seltenen Krankheit des Morbus Pompe in Betracht gezogen wird. Bei manchen Patienten macht sich zuerst eine Muskelschwäche bemerkbar, andere stellen sich beim Arzt primär wegen ihrer Atemprobleme vor; während wieder andere noch nicht kurzatmig sind. Am häufigsten wird der Morbus Pompe als eine Muskelerkrankung, wie z.B. einer Muskeldystrophie vom Duchenne-, oder Gliedergürtel-Typ oder als eine entzündliche Muskelerkrankung wie der Polymyositis fehldiagnostiziert.

Laboruntersuchungen bei Morbus Pompe-Patienten

Wenn mehrere verdächtige klinische Krankheitszeichen vorliegen, dann werden zur weiteren diagnostischen Abklärung häufig Blutuntersuchungen durchgeführt. Dabei wird unter anderem das Enzym Kreatinkinase (Fachabkürzung: CK) bestimmt. Bei Muskelschädigungen fällt die Kreatinkinase im Körper vermehrt an (diese kann allerdings auch bei verstärkter Muskelarbeit kurzfristig erhöht sein). Findet sich nun bei der Blutuntersuchung ein erhöhter Kreatinkinase-Wert, dann folgt normalerweise eine krankheitsspezifischere Untersuchung. Eine CK-Erhöhung alleine sagt noch nichts aus und ist daher kein schlüssiger Beweis für das Vorliegen eines M. Pompe. Sie ist bei Pompe-Patienten zwar häufig erhöht (ca. 95% der Patienten), dies kann aber auch noch viele andere (und wesentlich häufigere) Ursachen haben.

Seit einigen Jahren ist zudem ein spezifischer Bluttest auf Morbus Pompe verfügbar, bei dem die Aktivität des fraglichen Eiweißes (saure α-Glukosidase) in bestimmten weißen Blutkörperchen gemessen wird. Bei einem auffälligen Befund erfolgt häufig eine genetische Untersuchung (meist ebenfalls aus einer Blutprobe) zur Sicherung der Diagnose durch ein spezialisiertes Zentrum. Die neueste Entwicklung in diesem Bereich ist die Verwendung des sogenannten Trockenbluttests (Fach­begriff: Dried blood spot, kurz DBS). Dieses neue Verfahren erlaubt eine zuverlässige Diagnose eines Morbus Pompe aus nur wenigen Tropfen Blut, die auf eine spezielle Filterkarte getropft und in einem Speziallabor analysiert werden.

Biopsie bei Morbus Pompe-Patienten

Ein weiteres diagnostisches Verfahren besteht in der Messung des bei der Pompe-Krankheit fehlenden bzw. in unzureichender Menge gebildeten Enzyms saure α-Glukosidase in einer durch Muskel- oder Hautbiopsie entnommenen Gewebeprobe. Bei kleinen Pompe-Patienten mit frühkindlicher Verlaufsform konnte das Enzym saure α-1,4-Glukosidase so gut wie gar nicht gefunden werden.

Es fand sich jedoch ein bis zu 10-fach erhöhter Glykogengehalt in den Muskelzellen als ein Ausdruck der nicht abgebauten Speichersubstanz. Für diese Untersuchung ist jedoch ein kleiner operativer Eingriff erforderlich und sie ist zudem sehr zeitaufwendig, sodass heute immer mehr die weit weniger belastenden vorgenannten Laboruntersuchungen zur Diagnose des M. Pompe genutzt werden.

Weitere diagnostische Methoden bei Morbus Pompe-Patienten

Die Diagnosestellung des M. Pompe ist auch vorgeburtlich, meist anhand einer Fruchtwasseruntersuchung oder Gewebeentnahme, möglich. Eine weitere Möglichkeit der Diagnosesicherung sind Genanalysen, die auch zum Auffinden möglicher Träger (Fachbegriff: Carrier) innerhalb einer Familie dienen können und für eine zuverlässige genetische Beratung z.B. vor einer geplanten Schwanger­schaft wichtig sind.

Diagnostik-Initiative für lysosomale Speicherkrankheiten – Ihr Arzt weiß mehr!

Ab sofort bietet die Diagnostik-Initiative von Archimed Life Science GmbH Ärzten bei Verdacht auf eine der seltenen Erkrankungen wie Morbus Gaucher, Morbus Fabry, Morbus Pompe oder auf MPS I die Aktivitätsmessung des jeweils betroffenen Enzyms per Trockenblut-Testung in einem anerkannten Speziallabor an. Die Genzyme GmbH, Deutschland, Teil der Sanofi-Gruppe, unterstützt diese Diagnostik-Initiative, daher kann Archimed Ärzten die Trockenblut-Testung kostenfrei anbieten.

Lysosomale Speicherkrankheiten sind sehr selten, sie zählen zu den Orphan Diseases (seltene Krankheiten) und zeigen in ihrem Verlauf meist eine Vielzahl von verschiedenen Symptomen. Das macht die Diagnose sehr schwierig. Aus diesem Grund werden die Krankheiten bei vielen Patienten oft erst sehr spät erkannt. Schwere Organschäden können dann meist nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine frühzeitige Diagnose ist daher wichtig.

Wie verläuft die Therapie bei M. Pompe Patienten?

Säugling mit der „infantilen“ Form des Morbus Pompe.
Säugling mit der „infantilen“ Form des Morbus Pompe. Der Kopf kann nicht gegen die Schwerkraft gehalten werden (Head lag). Die Muskelspannung ist reduziert (Floppy Baby) (Bildquelle: Genzyme GmbH)

Morbus Pompe-Patienten konnten bis vor wenigen Jahren nur unterstützend behandelt (Fachbegriff: symptomatisch) werden. Eine Behandlung, die den Mangel des fehlenden Enzyms hätte ausgleichen können, gab es nicht.

Neben der weiterhin wichtigen symptomatischen Therapie mit Krankengymnastik, Atmungsunterstützung und ggf. Hilfsmittelversorgung steht seit Anfang des Jahres 2006 Pompe-Patienten eine medikamentöse Therapie zur Verfügung. Diese lebenslang erforderliche Therapie hilft, das körpereigene Glykogen in den Lysosomen abzubauen.

Welche wissenschaftlichen Ergebnisse zur medikamentösen Therapie des Morbus Pompe liegen vor?

In wissenschaftlichen Untersuchungen bei sehr schwer betroffenen Säuglingen mit Morbus Pompe konnte die Therapie einen Nutzen für die Kindesentwicklung, die Herzfunktion, die Muskelkraft und die betroffene Atem­muskulatur der Säuglinge nachweisen.

Die zuständigen staatlichen Zulassungsbehörden haben aufgrund dieser Ergebnisse im Jahr 2006 die Zulassung für alle Verlaufsformen von Morbus Pompe erteilt.

Wie verhält sich die medikamentöse Therapie des Morbus Pompe bei späteren Verlaufsformen?

Erste Ergebnisse der klinischen Untersuchungen zur späten Verlaufsform des Morbus Pompe sind erstmals im Winter 2007 wissenschaftlich veröffentlicht worden. Dabei konnte eine Verbesserung bzw. Stabilisierung der Gehstrecke und der Atmung bei den Patienten nachgewiesen werden, im Gegensatz zu den Patienten, die in der Studie keine medikamentöse Therapie erhalten hatten.

Im Körper betroffener Patienten ersetzt diese spezifische Therapie das seit ihrer Geburt fehlende oder nicht voll funktionsfähige Enzym (Fachbegriff: saure α-Glukosidase).

Das zur Behandlung verabreichte Medikament gelangt über die Blutbahn zu den Zellen. Dort bindet es sich an bestimmte Bindestellen (Fachbegriff: Rezeptoren), woraufhin die Zelle das Medikament aufnimmt und in die Lysosomen transportiert.

Dort hilft es, das eingelagerte Glykogen abzubauen. Muskelzellen, die nicht unwiderruflich geschädigt sind, können sich nun ganz oder teilweise wieder erholen. Da es sich bei dem zugeführten Medikament um ein Eiweiß handelt, wird es vom Körper auch ganz natürlich und normal abgebaut. Der grundlegende genetische Defekt selbst wird dabei nicht behoben. Daher muss diese spezifische Therapie lebenslang durchgeführt werden.

Weshalb ist ein möglichst früher Therapiebeginn wichtig?

­Die durch den ererbten Enzymmangel im Prinzip bereits vor der Geburt beginnende Glykogenspeicherung in den Lysosomen führt – je nach Schwere des Enzymdefektes mehr oder minder schnell – zu einer zunächst reversiblen Funktionsstörung von Muskelzellen.  Mit weiter fortschrei­ten­der Speicherung kommt es dann zu unumkehrbaren (irreversiblen) Zellschäden. Hinzu kommt, dass die Regenerationsfähigkeit des Muskels (nicht zuletzt durch den M. Pompe selbst) begrenzt ist.  Verlorene Muskel­zel­len können durch die medikamentöse Therapie nicht ersetzt werden. Daher ist der maximal erreichbare Behandlungserfolg auch stark  abhängig von der Aus­gangs­situation. Die frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn sind wichtig, weil die Erkrankungen sonst fortschreiten und dadurch ein Risiko für Folgekomplikationen entstehen kann.

Bis sich deutliche Therapieerfolge zeigen, wird in der Regel einige Zeit vergehen. Bei Säuglingen und Kleinkindern hat sich in den wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass Leber und Herz schneller und in größerem Umfang auf die medikamentöse Therapie ansprechen als die Muskulatur des Skeletts. Die bisherigen Studien haben auch ergeben, dass sich ein Erfolg der Therapie nicht genau vorhersagen lässt. Die Therapie hat in einigen Fällen zum Stillstand der Krankheit geführt. In anderen Fällen haben sich auch das Wohlbefinden und vor allem zusätzlich die Atmungs­situation verbessert. In anderen Fällen hat sich darüber hinaus die Muskelkraft außerordentlich gebessert.

Welche auf die Krankheitszeichen des Morbus Pompe bezogenen Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die medikamentöse Therapie führt nicht zur Heilung. Daher ist neben der ursächlichen (Fachbegriff: kausalen) Therapie weiterhin auch  die Notwendigkeit der auf die Krank­heits­zeichen bezogenen (Fachbegriff: Sympto­matische Therapie) Therapie gegeben.

Durch das Zusammenspiel von kausaler und symptomatischer Therapie lässt sich die Lebensqualität der Patienten mit der Pompe-Krankheit deutlich verbessern.

Welche Atemtherapie gibt es bei Morbus Pompe?

Wenn bei Patienten mit Morbus Pompe die Atem­muskulatur ausgeprägt geschwächt ist, dann wird eine gezielte Atemtherapie notwendig. Hierbei steht die unterstützende Atemhilfe durch Druckbeatmung oder auch durch Volumenbeatmung im Vordergrund. Viele Pompe-Patienten benötigen früher oder später eine Atmungs­unterstützung. Der Vorteil einer Beatmung ist, dass den Patienten die Atemarbeit von dem Beatmungsgerät ganz oder teilweise abgenommen wird. Akut wird durch die maschinelle Beatmung ein mögliches Atemversagen verhindert.

Ein Beatmungsgerät pumpt befeuchtete und angewärmte Luft mit variablem Druck in die Lunge. Anfangs beschränkt sich in vielen Fällen die häusliche Beatmung auf die Nacht. Im weiteren Verlauf wird für den Patienten aber meist auch tagsüber eine Beatmung erforderlich.

In manchen Fällen wird erst im Zuge einer Klinikeinweisung wegen Atemversagens mit der Beatmung begonnen. In solchen akuten Notfällen wird der Patient normalerweise intubiert. Sobald die Atemfunktion wieder stabilisiert werden konnte, wird – sofern möglich – mit der „Entwöhnung" begonnen. Bei diesen Morbus Pompe-Patienten wird die künstliche Beatmung also schrittweise wieder verlassen und er atmet dabei wieder vermehrt selbstständig.

Wird über einen längeren Zeitraum eine 24-stündige Beatmungspflicht notwendig, dann bietet sich die Durchführung eines chirurgischen Luftröhrenschnitts (Fachbegriff: Tracheotomie) an.

Die nicht-invasiven Formen der unterstützten Beatmung bei Morbus Pompe-Patienten

CPAP (Fachbegriff: Continuous Positive Airway Pressure) bei Morbus Pompe-Patienten:
Bei einer CPAP-Atmung atmet der Pompe-Patient spontan (sowohl beim Aus- als auch beim Einatmen) mit einem dauerhaft gegenüber dem äußeren Luftdruck erhöhten Druck in Lungen und Luftwegen. Der konstante Druck hält die Luftwege offen und verhindert so ein Zusammenfallen (Fachbegriff: kollabieren) der Atemwege. Dadurch kommt ohne Mehrarbeit mehr Luft in die Lungen. Zudem werden „Atemaussetzer“ (Fachbegriff: Schlafapnoe) während der Nacht weitgehend verhindert.

BPAP (Bi-level Positive Airway Pressure, bisweilen nicht ganz korrekt auch als Bi-PAP® bezeichnet) bei Morbus Pompe-Patienten:
Bei dieser Abwandlung der CPAP werden 2 unter­schied­liche Druckstufen verwendet, die jedoch ebenfalls beide über dem äußeren Luftdruck liegen. Dabei verwendet man beim Einatmen einen höheren und beim Ausatmen einen niedrigeren Druck. Die BPAP ist besser geeignet für Patienten, die sich beim Ausatmen gegen einen konstanten Druck bei der CPAP-Atmung schwertun.

Die gängigen invasiven Beatmungsformen bei Morbus Pompe-Patienten

Hierbei ist ein vorhergehendes Einführen einer Hohlsonde in die Luftröhre (Fachbegriff: Intubation) oder ein Luftröhren­schnitt (Fachbegriff: Tracheotomie) erforderlich.

ACMV (Assist Control Mode Ventilation) bei Morbus Pompe:
Bei dieser häufig nach der anfänglichen Beatmung eingesetzten Beatmungsform wird bei der Einatmung ein vom Beatmungsapparat unterstützter Atemhub ausgelöst. Hierbei richtet sich eine maschinelle Beatmung nach dem Atemrhythmus des Pompe-Patienten. Zusätzlich erfolgt auch dann ein Hub durch die Maschine, wenn das spontane Einatmen des Morbus Pompe-Patienten ausbleibt.

SIMV (Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation) bei Morbus Pompe-Patienten:
Bei dieser Beatmungsform atmet der Patient spontan. Und zwar zwischen einer genau einstellbaren Frequenz von maschinell geführten Zwangsatemzügen. Mit der SIMV kann bei gleichzeitiger maschineller Beatmung der wichtigste Atemmuskel, das Zwerchfell (Fachbegriff: Diaphragma), trainiert werden. So wird der Pompe-Patient auf die Entwöhnung (auf die allmähliche Rückkehr zur Spontanatmung) vorbereitet.

PSV (Pressure Support Ventilation) bei Morbus Pompe-Patienten:
Dieser Beatmungsmodus hilft u. a. Morbus Pompe-Patienten bei einer Entwöhnung von der maschinellen Beatmung. Der Patient erhält dabei nur dann einen maschinell unterstützenden Atemhub, wenn von dem Beatmungsgerät eine Einatmungsanstrengung des Patienten festgestellt wird. Bleibt ein spontanes Einatmen des Patienten aus, dann erfolgt bei der PSV-Beatmung im Gegensatz zur ACMV-Beatmung kein Hub durch die Beatmungsmaschine. In einigen Fällen kann die PSV- Atmung auch mit dem nicht-invasiven Beatmungsgerät sichergestellt werden.

HFV (High Frequency Ventilation) bei Morbus Pompe-Patienten:
Eine neuere Beatmungsart stellt die Hoch­fre­quenz­beatmung dar. Dabei wird mit geringeren Luftmengen in unnatürlich hohen Atemfrequenzen beatmet. Dadurch soll ein Risiko für eine Schädigung durch sich rasch ändernde Lungendrücke (Fachbegriff: Barotraumen) auf ein Minimum reduziert werden. Auf Neugeborenen - und Kinder­in­ten­sivstationen wird die HFV-Beatmung bereits routinemäßig eingesetzt. Bei Erwachsenen hingegen ist diese Methode noch nicht etabliert.

Ernährungsmaßnahmen bei Morbus Pompe-Patienten

Durch Probleme bei der Nahrungsaufnahme fällt es vielen Patienten mit der Pompe-Krankheit schwer, ein normales Gewicht zu halten. Die Ernährungsberatung kann den täglichen Protein- bzw. Kalorienbedarf des Pompe-Patienten ermitteln. Dieser Bedarf hängt unter anderem von der Körpergröße, dem Alter und vom Allgemeinzustand des Pompe-Patienten ab. In vielen Fällen wird eine auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmte Kost mit wenigen Kohlenhydraten und vielen Eiweißen verordnet. Damit sind bei manchen Pompe-Patienten gute Ergebnisse erzielt worden. In manchen Fällen empfiehlt sich noch ein Protein-Ergänzungspräparat, das gezielt Eiweißbausteine (Fach­be­griff: Aminosäuren) zuführt. Ernährungs­maßnahmen führen allerdings nicht immer zum gewünschten Erfolg. In einer 1997 durchgeführten wissenschaftlichen Studie konnte bei lediglich 25 % der Morbus Pompe-Patienten unter einer proteinreichen Kost eine Verbesserung der Atem- und Skelettmuskelfunktion gefunden werden.

Zur Gewährleistung einer langfristig ausreichend hohen Kalorienzufuhr kann eine künstliche Ernährung durch eine Magensonde erforderlich sein. Auch bei massiven Schluckschwierigkeiten, verbunden mit der Gefahr des Verschluckens von Speisen in die Atemwege (Fachbegriff: Aspiration) und Beatmungspflicht ist dies der Fall. Ist die künstliche Ernährung nur zeitweise erforderlich, dann geschieht dies üblicherweise über eine Nasensonde. Wird ein Patient mit M. Pompe längerfristig künstlich ernährt, dann empfiehlt sich die Anlage einer Sonde durch die sogenannte perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG). Generell wird bei der infantilen Verlaufsform die Indikation zur künstlichen Ernährung häufiger gestellt, weil hier die Muskelschwäche (Trinkschwäche!) regelmäßig besonders stark ist.

Körperliches Training, Bewegungstherapie und Physiotherapie bei Morbus Pompe-Patienten

Patienten mit der Pompe´schen Erkrankung profitieren in der Regel von individuell auf sie abgestimmten körperlichen Trainingsprogrammen. Damit soll dem Kräfteverfall ent­ge­gen­gewirkt und so die Fitness so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Das ist am besten erreichbar, wenn damit sehr frühzeitig begonnen wird. Der Arzt ermittelt vor dem Beginn eines Übungsprogramms die individuelle Belastbarkeit des Pompe-Patienten. Ein für den jeweiligen Patienten maßgeschneidertes Trainings­pro­gramm wird dann anhand der dabei erhobenen Befunde erarbeitet. Kernstück dieses Programms sind nor­ma­ler­weise Übungen, z.B. auf einem Laufband oder Heimtrainer, im sogenannten aeroben Bereich, da eine Überanstrengung der Muskeln („Muskelkater“) vermieden werden sollte.

Ein physiotherapeutisches Übungsprogramm unterstützt die M. Pompe-Patienten positiv. Besonders Kleinkindern mit dieser Muskelschwäche bietet die Physiotherapie (umgangssprachlich auch als Krankengymnastik bezeichnet) die Möglichkeiten, ihre Umwelt trotz der Einschränkungen kennenzulernen. Auch können Physiotherapeuten den Eltern der Pompe-Patienten zeigen, wie sie die körperliche und geistige Entwicklung ihres Kindes optimal fördern können. Physiotherapeutische Übungen helfen beim Fortschreiten der Pompe-Krankheit, dem Kräfteverfall entgegenzuwirken und die Beweglichkeit möglichst lange aufrechtzuerhalten.

So kann das Alltagsleben erleichtert und die Belastung durch die krankheitsbedingten Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparats reduziert werden. Bei Pompe-Patienten mit einer Atemschwäche bieten sich spezielle Widerstandsübungen, z.B. ein Training der Atem­mus­kulatur, an. Physiotherapeuten können Patienten auch anderweitig behilflich sein: Mit entsprechenden Hilfen bleiben viele Patienten mit geschwächter Bein-, Becken- und Rumpfmuskulatur weiterhin relativ beweglich. So sichern zum Beispiel  Stock, Gehhilfe, Rollwagen/Rollator oder Rollstuhl sowie Knöchel- und Unterschenkelschienen vielen M. Pompe-Patienten weiterhin die Mobilität. In den fortgeschrittenen Stadien werden Hilfsmittel für den häuslichen Bereich wie Toilettensitz-Erhöhung, Duschstuhl, Wannenlifter etc. aber auch andere Umbaumaßnahmen für Patienten und pflegende Angehörige unentbehrlich. Die Ergotherapie ermöglicht, neue Erledigung von Alltagsaufgaben im Haushalt oder am Arbeitsplatz zu erlernen. Eine gezielte logopädische Therapie kann bei Sprech- und Sprachproblemen und bei Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme helfen.

Infektprophylaxe bei Morbus Pompe-Patienten

Bei M. Pompe ist die Verhinderung von Infekten fester Bestandteil des Therapiekonzepts. Da bei einer Mehrzahl der Patienten mit der Pompe´schen Erkrankung eine mehr oder minder ausgeprägte Atemschwäche vorliegt, sind diese Patienten für Infektionen der Lungen, wie z. B. Lungenentzündung, besonders anfällig. Zur Infektprophylaxe sollten die von der ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen, insbesondere gegen invasive Pneumokokken, Keuchhusten und die jährliche Grippeimpfung genutzt werden.

Jede Infektion muss – möglichst von einem mit M. Pompe vertrauten Arzt – sofort entsprechend behandelt werden. Sollte es trotz einer entsprechenden therapeutischen Maßnahme zu einer Verschlechterung kommen, ist häufig für die Dauer der Lungenfunktionsstörung eine Unterstützung der Atmung erforderlich.

Gentherapie bei Morbus Pompe-Patienten

Forscherteams auf der ganzen Welt versuchen seit vielen Jahren, durch Ersatz der krankhaften Gene eine spezielle Therapie zu entwickeln, die ursächlich die Erkrankung behebt. Im Idealfall wäre eine einmalig anzuwendende Behandlungsmethode zu entwickeln, die bei sehr früher Anwendung sogar die Heilung herbeiführen könnte. Ob und wann für Pompe-Patienten eine solche Möglichkeit zur Verfügung stehen kann, ist leider noch nicht abzusehen.

Hilfe in dieser besonderen Lebenssituation können Patienten oder Angehörige unter anderem auch bei Selbsthilfe-Organisationen finden. In Deutschland besteht innerhalb der Selbsthilfegruppe Glykogenose e.V. eine spezielle Arbeitsgruppe für M. Pompe. Diese setzt sich sehr aktiv für die Belange Betroffener oder Angehöriger ein. Diese Morbus Pompe Arbeitsgruppe ist in Deutschland mit weiteren Hilfsgruppen der seltenen Erkrankungen und über die Landesgrenzen hinweg mit der IPA (Abkürzung für: International Pompe Association) vernetzt.

Mehr Informationen hierzu unter: www.genzyme.de

Welche verschiedenen Krankheitsverläufe des Morbus Pompe sind bekannt?

Die Krankheitszeichen eines Morbus Pompe treten nicht unbedingt sofort bei den Patienten in den ersten Lebenswochen auf, obwohl diese Erkrankung angeboren ist. Es werden Patienten in unterschiedlichen Alters­­­­­­­­gruppen gefunden.

Man kann die Pompe-Krankheit nach der Schwere und nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen aufteilen in

  • eine frühe Form mit Auftreten schon im Säuglingsalter (Fachbegriff: infantile Verlaufsform)
  • und eine spätere Verlaufsform des Kindesalters, Jugendalters und Erwachsenenalters (Fachbegriff: juvenile/adulte Verlaufsform).

Wie wird die Lebenserwartung in den verschiedenen Verlaufsformen beeinflusst?

Bei der schwersten, der sogenannten infantilen (d.h. im Säuglingsalter auftretenden) Verlaufsform des M. Pompe, treten verschiedene Krankheitszeichen bereits in den ersten Lebenswochen oder Lebensmonaten auf, wobei sich der Zustand der kleinen Patienten meist rasch ver­schlech­tert. Dabei steht bei diesen Kindern eine massive Herz­vergrößerung im Vordergrund (diese findet sich praktisch nur bei der frühen Verlaufsform). Aufgrund ihrer stark verringerten Muskelspannung wirken die Säuglinge schlaff („floppy baby" ist der Fachausdruck im englischen Sprachraum). Häufig wird auch eine Trinkschwäche beobachtet, in deren Folge es häufig auch zu einer Gedeih- und Entwicklungsstörung kommt.

So lernt kaum eines dieser Kinder laufen, die meisten müssen künstlich beatmet werden. Infolge der schnell voranschreitenden Schädigungen der Muskulatur, die für die lebenswichtigen Funktionen unabdingbar ist, ver­ster­ben diese kleinen Patienten (Fachbegriff: mit infantiler Verlaufsform) in der Regel noch im 1. Lebensjahr.

Tritt der Morbus Pompe erst später, also im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter auf, ist das Beschwer­de­bild in vielen Fällen zunächst uneinheitlich und unspezifisch. Häufig deuten die Symptome eher auf das Vorliegen anderer Erkrankungen der Nerven und Muskeln hin. Die Krankheit schreitet meist deutlich langsamer fort als bei Säuglingen mit der in­fantilen Verlaufsform. Der Morbus Pompe kann hier individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt verlaufen. Bei einigen Patienten treten nur leichte Krankheitszeichen mit geringfügigen Beein­träch­ti­gungen auf. Andere Patienten wiederum werden im späteren Verlauf unter Umständen rollstuhlpflichtig und/oder müssen beatmet werden. Kommt es durch eine fortschreitende Schwäche der Atemmuskulatur (ins­be­son­dere des Zwerchfells) zu einer fortschreitenden Atem­schwäche, die bis hin zu einem Versagen der Atmung führen kann, dann ist auch die Lebenserwartung bei diesen Patienten häufig verkürzt.

Weitere Informationen zu Morbus Pompe finden Sie unter www.genzyme.de.

Pompe Kompetenzzentren

Spezialisierte Kliniken und Zentren, die sich mit den Erkrankungen M. Gaucher / M. Fabry / M. Pompe und MPS I beschäftigen, sind hier aufgelistet.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Patient – vom ersten Verdacht auf eine lysosomale Speicherkrankheit bis zur Therapie – oft eine Odyssee bei unterschiedlichen Fachärzten durchläuft.

Spezialisierte Kliniken und Zentren verfügen über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Patienten mit lysosomalen Speicherkrankheiten. Dieses Wissen möchten sie Ärzten und Patienten gerne zur Verfügung stellen und haben deswegen ihre Kontaktdaten angegeben.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die entsprechenden Kliniken und Zentren.

Hinweis:
Die auf dieser Website befindliche Liste von spezialisierten Kliniken bzw. Zentren ist nicht abschließend. Bislang nicht aufgeführte Zentren können jederzeit ergänzt werden.

Pompe Zentren

Reihenfolge nach Postleitzahl

Universitätsklinikum Dresden
Klinik für Kinderheilkunde

Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Ansprechpartner für infantile Verlaufsform:
Dr. med. Martin Smitka
Telefon: (0351) 4582243
E-Mail: martin.smitka@remove-this.uniklinikum-dresden.de

Universitätsklinikum Halle
Neurologie

Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Frau Dr. Ilka Schneider
Telefon: (0345) 5572858
neurologie@uk-halle.de

Charité, Campus Virchow-Klinikum
Interdisziplinäres Stoffwechsel-Centrum

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Ursula Plöckinger/ Dr. med. Nikolaus Tiling
Telefon: (030) 450553814
E-Mail: swc@remove-this.charite.de

Charité, Campus Virchow-Klinikum
Otto-Heubner-Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Pädiatrisches Stoffwechselzentrum

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Telefon: (030) 450566585

Asklepios Klinik St. Georg Hamburg
1. Medizinische Abteilung
Stoffwechselambulanz für Erwachsene
Haus O
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Martin Merkel
Telefon: (040) 18 1885-2352, Fax: (040) 18 1885-2323
E-Mail: m.merkel@remove-this.asklepios.com

Kinderkrankenhaus auf der Bult
Allg. Kinderheilkunde II

Janusz-Korczak-Allee 12
30173 Hannover
Ansprechpartner für juvenile Verlaufsform:
Dr. med. Kay Müller-Deile
Telefon: (0511) 81153323
E-Mail: mueller-deile@remove-this.hka.de

Universitätsklinikum Gießen
Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie

Feulgenstr. 12
35392 Gießen
Ansprechpartner für infantile und juvenile Verlaufsform:
PD Dr. med. Andreas Hahn
Telefon: (0641) 9943481
E-Mail: Andreas.Hahn@remove-this.paediat.med.uni-giessen.de

Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Neurologische Klinik

Bürrkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Matthias Vorgerd
Telefon: (0234) 3026806
E-Mail: matthias.vorgerd@remove-this.ruhr-uni-bochum.de

Centrum für Seltene Erkrankungen (CeSER)
Universitäts-Kinderklinik
Frau Dr. Nesrin Karabul
Alexandrinenstr. 5
44791 Bochum
Telefon: 0234-5092610
Fax: 0234-5092612
E-Mail: n.karabul@remove-this.klinikum-bochum.de

Universitätsklinikum Münster

  • Klinik für Kinderheilkunde
    Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A/B
    48149 Münster
    Ansprechpartner für infantile, juvenile und adulte Verlaufsform:
    Prof. Dr. med. Thorsten Marquardt
    Telefon: (0251) 8356494
    E-Mail: marquat@remove-this.uni-muenster.de

  • Klinik für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen
    Universitätsklinikum Münster
    Albert-Schweitzer-Campus 1
    Gebäude A1
    48149 Münster
    Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
    Prof. Dr. med. Peter Young
    E-Mail: sekretariat-schlaf-muskel-epi@remove-this.ukmuenster.de

Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Neurologie

Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
PD Dr. med. Cornelia Kornblum
Telefon: (0228) 28715712
E-Mail: cornelia.kornblum@remove-this.ukb.uni-bonn.de

Universitätsklinikum Mainz
Kinderklinik

Villa Metabolica

Langenbeckstraße 2
55131 Mainz
Ansprechpartner für infantile, juvenile und adulte Verlaufsform:
Dr. med. Eugen Mengel
Telefon: (06131) 175754, Fax: (06131) 175672
E-Mail: mengel@remove-this.kinder.klinik.uni-mainz.de

HSK - Dr. Horst Schmidt Kliniken GmbH
Zentrum für seltene Erkrankungen (ZSE)
Ludwig-Erhard-Strasse 100
65199 Wiesbaden
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Maurizio Scarpa
Dr. med. Christina Lampe
Telefon: (0611) 43 2326
E-Mail: Christina.Lampe@remove-this.hsk-wiesbaden.de

Stiftung Deutsche Klinik für Diagnostik GmbH
Fachbereich Neurologie

Aukammallee 33
65191 Wiesbaden
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
PD Dr. med Bertold Schrank
Telefon: (0611) 577431
E-Mail: schrank.neuro@remove-this.dkd-wiesbaden.de

Seidel-Klinik
Neurologie

Hebelweg 4
79415 Bad Bellingen
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Franz X. Glocker
Telefon: (07635) 30195
E-Mail: franz.glocker@remove-this.mediclin.de

Friedrich-Baur-Institut
Ziemssenstr. 1a
80336 München
Ansprechpartner für juvenile und adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Benedikt Schoser
Telefon: (089) 51607400
E-Mail Benedikt.Schoser@remove-this.med.uni-muenchen.de

Krankenhaus Dritter Orden
Kinder- und Jugendmedizin

Franz-Schrank-Str. 8
80638 München
Ansprechpartner für juvenile Verlaufsform:
Dr. med. Martina Baethmann
Telefon: (089) 17952602
E-Mail: m.baethmann@remove-this.dritter-orden.de

Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Innere Medizin II

Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Dr. med. Christian Schumann
Telefon: (0731) 5000
E-Mail: christian.schumann@remove-this.uniklinik-ulm.de

Krankenhaus Rummelsberg
Neurologie

Rummelsberg 71
90592 Schwarzenbruck
Ansprechpartner für juvenile und adulte Verlaufsform:
PD Dr. med. Martin Winterholler
Telefon: (09128) 503437
E-Mail: kru-neurologie@remove-this.sana.de

Universitätsklinikum Erlangen
Neurologische Klinik

Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Max-Josef Hilz
Telefon: (09131) 8534444
E-Mail: max.hilz@remove-this.uk-erlangen.de

Universitätsklinikum Würzburg
Neurologie

Josef-Schneider-Str. 11
97080 Würzburg
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Karlheinz Reiners
Telefon: (0931) 20123758
E-Mail: k.reiners@remove-this.uni-wuerzburg.de

Morbus Pompe

(Video: sanofi-aventis (schweiz) ag)

Morbus Pompe (Online Mendelian Inheritance in Man Datenbank-ID: OMIM #232300) ist eine seltene, autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Speicherkrankheit, die durch den Mangel oder das völlige Fehlen des lysosomalen Enzyms saure α-Glukosidase hervorgerufen wird.

Klinik und Klassifikation der Pompe-Erkrankung

Das Enzym saure α--Glukosidase (GAA; [EC 3.2.10.20] häufig auch als saure α-1,4-Glukosidase bezeichnet. Da das Enzym jedoch auch eine wichtige saure α-1,6-Glukosidaseaktivität besitzt, wird nachfolgend nur die Bezeichnung saure α-Glukosidase verwendet) ist eine lysosomale Hydrolase, die insbesondere in den Lysosomen der Muskelzellen den stufenweisen Abbau des dort vorhandenen Glykogens zur Aufgabe hat. Zwar findet der normale Glykogenstoffwechsel im Zytosol der Zelle statt, dennoch wird ein Teil der Glykogengranula – vermutlich ihm Rahmen des zellulären „housekeeping“ – in Lysosomen aufgenommen und abgebaut. Die Mechanismen sind hierbei noch nicht abschließend geklärt. Der Enzymmangel führt zu einer exzessiven Speicherung von Glykogen in den Lysosomen des gesamten Muskelgewebes, insbesondere der Skelett-, Atem- und Herzmuskulatur[5].

Die Lysosomen der betroffenen Muskelzellen vergrößern sich und beeinträchtigen zunächst insbesondere wohl rein mechanisch deren Funktion. Im weiteren Verlauf werden die Zellen dann – auch gefördert durch die Ruptur einzelner Lysosomen – schließlich irreversibel geschädigt. Im Gegensatz zu anderen Glykogenspeichererkrankungen verursacht Morbus Pompe keine Hypoglykämien. Bei Patienten mit Morbus Pompe liegt aufgrund des Pathomechanismus sowohl eine metabolische Myopathie als auch eine lysosomale Speicherkrankheit vor.

Als neuromuskuläre Erkrankung (NMD) zählt Morbus Pompe zur Gruppe der rund 40 bekannten Muskeldystrophien und zur schwersten Form der 12 Glykogenspeichererkrankungen.

Die Pompe-Krankheit ist auch unter den Bezeichnungen „Myopathie bei Mangel an saurer Maltase" (englisch: Acid Maltase Deficiency, AMD), „α-1,4-Glukosidase-Mangel" bzw „saure α-Glukosidase-Mangel", „Glykogenspeicher­krankheit Typ II; GSD II" bzw. „Glykogenose Typ II" bekannt.

Die Pompe-Krankheit wurde nach dem niederländischen Arzt und Pathologen J. C. Pompe (1901-1945) benannt, der die Erkrankung 1932 erstmals bei einem im Alter von 7 Monate verstorbenen  Mädchen beschrieb[6].

Aufgrund seiner Beobachtung einer idiopathischen Herzhypertrophie und der gleichzeitigen Akkumulation von Glykogen im gesamten Muskelgewebe wählte er für die Publikation dieser Befunde den Titel: „Cardiomegalia glycogenica diffusa”. Die spätere („late onset“) Verlaufsform wurde erstmals 1969 von A.G. Engel beschrieben[3].

Die Nobelpreisträgerin Gerty T. Cori bezeichnete die Pompe-Erkrankung 1954 als Glykogenspeichererkrankung Typ II (Glycogen Storage Disease-II, GSD-II), nachdem sie zusammen mit ihrem Mann Carl Cori den Metabolismus des Glykogens aufgeklärt hatte[1].

Nach der Entdeckung der Lysosomen durch den späteren Nobelpreisträger Christian De Duve 1955 [2] gelang es 1963  Henri-Géry und Mitarbeitern, den  genetischen Mangel eines lysosomalen Enzyms, der sauren α-Glukosidase als Ursache des Morbus Pompe nachzuweisen und damit die Erkrankung als (erste) lysosomale Speicherkrankheit zu identifizieren[4].

Anhand des Zeitpunkts des ersten Auftretens von Symptomen wird zwischen zwei Grundformen unterschieden:

  • Die klassische Verlaufsform, auch als infantile, frühkindlichen oder „early-onset“ Verlaufsform bezeichnet
  • Die nicht-klassische Verlaufsform, häufig auch als Spätform, juvenile bzw. adulte oder auch als „late-onset“-Verlaufsform bezeichnet

[1] Cori GT. Glycogen structure and enzyme deficiencies in glycogen storage disease. Harvey Lect 1954;8:145
[2] de Duve CR et al. Tissue fractionation studies. 6. Intracellular distribution patterns of enzymes in rat-liver tissue.Biochem J 1955; 60: 604–617
[3] Engel AG.  Acid maltase deficiency of adult life. Trans Am Neurol Assoc. 1969; 94:250-252.
[4] Hers HG. Alpha-glucosidase deficiency in generalized glycogen storage disease (Pompe's disease). Biochem J 1963;86:11
[5] Hirschhorn R, Reuser AJJ. Glycogen Storage Disease Type II: Acid Alpha-glucosidase (Acid Maltase) Deficiency. In:Scriver C, Beaudet A, Sly W, Valle D, eds. The Metabolic and Molecular Bases of Inherited Disease. 8th Edition. New York: McGraw-Hill, 2001; 3389-3420
[6] Pompe J-C. Over idiopatische hypertropie van het hart. Ned Tijdscr Geneeskd 1932;76:304

„Textauszug zum Video bitte hier öffnen“

Prof. Kai Rösler: Man versucht Volkskrankheiten wie Diabetes zu behandeln und das ist sicher auch sehr wichtig und da werden auch viele Ressourcen hineingesteckt und dabei gehen diese ganz wenigen Patienten, die schlimme Krankheiten haben, die selten sind, ein wenig vergessen. Und es wäre gut, wenn das Bewusstsein für solche Krankheiten eben etwas angehoben würde. Krankheiten, die von einem einzelnen Allgemeinarzt einmal pro Praxisleben gesehen werden, sind sicherlich seltene Krankheiten. Deshalb rechnet der Arzt nicht damit, er rechnet mit etwas häufigem, dazu sind die Ärzte ja auch ausgebildet, dass sie zunächst die häufigen Krankheiten suchen, vermuten und auch zu diagnostizieren versuchen und darum gehen dann die Seltenen häufig zunächst einmal vergessen. Die Patientin hat ja einen Morbus Pompe und Morbus Pompe ist in ihrem Fall eine Krankheit, die die Muskeln schwächt, und man sieht es ja auch an der Art wie sie atmet. Sie braucht die Arme zum Atmen, damit sie die Atemmuskeln unterstützen kann. Sie hat auch einen Rollator, den Sie hier sehen damit sie laufen kann, damit sie nicht stürzt. Und sie wird zum Beispiel auch in der Nacht, wenn sie schläft, damit sie genügend Luft bekommt, wird sie beatmet mit einer Maske. Der Pompe ist eine Krankheit, die die Muskeln befällt und dadurch unterscheidet er sich nicht von vielen anderen Muskelkrankheiten, das sieht dann klinisch genau gleich aus, also der Patient, der eine Muskeldystrophie, einen Muskelschwund oder eine andere Muskelkrankheit hat, der sieht für den Arzt und für sich selbst eigentlich genau gleich aus, wie einer, der Morbus Pompe hat. Und damit ist das natürlich zu verwechseln und deshalb ist es speziell schwierig, diese Diagnose zu stellen.

Patientin: Ich war bereits als Kind sehr schwerfällig und fiel oft hin. Auch der Sportunterricht war sehr schwierig für mich, deshalb schwänzte ich ihn oft. Also ich dachte einfach, ich wäre extrem unsportlich, der Gedanke an eine Krankheit kam erst viel später, als ich plötzlich keine Treppen mehr steigen konnte. Vom Hausarzt zum Orthopäden, weiter zum Neurologen, dann ins Inselspital. Es wurde von einer Muskeldystrophie gesprochen, die Diagnose konnte erst nach sieben Jahren gestellt werden. Es war eine sehr schwierige Zeit, ich wurde auf der Straße wegen meiner komischen Gangart ausgelacht, dazu kam noch mein Atemproblem, es war einfach eine harte  Zeit.

Prof. Kai Rösler: Die Belastung für den Patienten, wenn die Diagnose so lange nicht gestellt wird, ist natürlich die Ungewissheit, in der er schwebt und so lange die Diagnose nicht gestellt ist, kann man ja auch keine Behandlung machen, und auch das ist natürlich extrem Belastend, wenn man sieht, dass sie Krankheit fortschreitet und es kann nicht geholfen werden.

Patientin: Einmal im Inselspital angekommen, gelangte ich schnell an Herr Prof. Rösler. Als ich die Diagnose  erhalten habe, fühlte ich mich erleichtert, dass die Krankheit einen Namen hat.

Prof. Kai Rösler: Wenn Sie eine Krankheit haben, die fortschreitet, Sie invalidisiert und jahrelang keine Diagnose gestellt wird und Sie noch immer keinen Spezialisten oder Arzt gefunden haben, der etwas davon zu verstehen scheint, dann ist es sicher angebracht, noch einmal zu insistieren und noch einen Arzt zu finden. Andere Patienten, die Beschwerden haben, die vielleicht ein, zwei Wochen dauern, die können vielleicht noch ein wenig warten mit der Suche nach einem Spezialisten. Meistens ist es ja dann keine seltene Krankheit oder eine schlimme unbehandelbare Krankheit, die dahinter steht, sondern es sind Symptome, die wahrscheinlich eher banal sind. Wenn aber eine seltene Krankheit dahinter steht, dann soll so ein Patient versuchen, sich in einer spezialisierten Uniklinik zu melden, weil die Chancen, dass er einen Spezialisten findet, der etwas davon versteht, ist an diesen Kliniken am höchsten.

Symptomatik der Pompe-Erkrankung

Die Speicherung von lysosomalem Glykogen in den Muskelzellen des gesamten Körpers verursacht eine Vielzahl von mit der Zeit an Schwere zunehmenden Symptomen.

Krankheitsprogression lysosomaler Speicherkrankheiten im Modell: Ab Geburt akkumulieren zunächst Schädigungen auf zellulärer Ebene, durch das Fortschreiten kommt es zu Gewebeschäden und schließlich wird die Funktion der Organe beeinträchtigt; bei M. Pompe vor allem von Herz-, Atem- und Skelettmuskulatur, aber auch (wenngleich in geringerem Ausmaß) der Leber und anderer Organe.
(Bildquelle: Genzyme GmbH)

Muskelzellen im Elektronenmikroskop: Im Vergleich zu einer gesunden Muskelzelle massive Glykogenablagerungen bei Morbus Pompe in den vergrößerten oder auch rupturierten Lysosomen. Bildquellen: Hanna Osinska, The Cell image library (Creative Commons, Public Domain); bzw. Genzyme GmbH

Histologische Zeichen der Progression des Morbus Pompe.  Da die Glykogen-Akkumulation beginnt, bevor eine Muskelschwäche klinisch bedeutsam wird, kann es sein, dass frühe Muskelschäden klinisch unerkannt bleiben. Die Abbildungen der Muskelbiopsate zeigen einen intakten, einen geschädigten funktionseingeschränkten und einen schwer geschädigten Muskel. Die Biopsate stammen von verschiedenen Patienten und aus verschiedenen Phasen der Erkrankung. (Bildquelle: B. Thurberg, Genzyme GmbH)  

Da Morbus Pompe einerseits insbesondere zu irreversiblen Muskelschädigungen führen kann, andererseits eine kausale Therapie verfügbar ist, ist eine frühe Diagnose und Behandlungseinleitung von großer Bedeutung.

Weitere Informationen zur Symptomatik des Morbus Pompe erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung mit dem DocCheck oder Service-Login.

Die Diagnose bei Morbus Pompe-Patienten

Da Morbus Pompe eine seltene Krankheit ist und klinische Symptome unspezifisch sein können, geht häufig wertvolle Zeit zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Verdachtsdiagnose Morbus Pompe verloren. Verzöge­rungen bei der korrekten Diagnosestellung und initiale Fehldiagnosen treten daher häufig auf.

Aufgrund der Verfügbarkeit einer kausalen Therapie, die bei recht­zeitiger Anwendung möglicherweise irreversible Schädigungen und die Progression der Erkrankung verringern kann, ist eine frühe Diagnosesicherung und Einleitung der kausalen wie auch sympto­matischen Therapie von wesentlicher Bedeutung.

Verzögerungen in der Diagnosestellung bei Säuglingen mit „klassischem“, infantilem Morbus Pompe

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Diagnoseverzögerungen bei Patienten mit „nicht-klassischem" Morbus Pompe - insbesondere ältere Kinder und Erwachsene

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Anamnese und Klinik bei Morbus Pompe-Patienten

Bei Säuglingen mit der infantilen Verlaufsform des Morbus Pompe lässt sich die Diagnose aufgrund der ausgeprägten muskulären Symptomatik, des in der Regel vergrößerten Herzens und des bedrohlich schnellen Voranschreitens der Erkrankung relativ sicher stellen. Neben dem körperlichen Untersuchungsbefund bieten die Fremdanamnese (z.B. rezidivierende Infekte, Trinkschwierigkeiten mit starkem Schwitzen oder eine Verzögerung der motorischen Entwicklung) und die orientierende neurologische Unter­such­ung wichtige Hinweise auf das Vorliegen der Erkrankung[11].

Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen weisen die unklaren Beschwerden einer Gliedergürteldystrophie mit Angaben des Patienten über Gangveränderungen, Schwierigkeiten beim Laufen oder sportlichen Aktivitäten, Schwierigkeiten beim Treppensteigen, dem Aufstehen aus dem Stuhl oder der Hocke, Atemnot besonders im Liegen auf eine muskuläre Erkrankung hin[9;11].

Eine Besonderheit des „late-onset“ M. Pompe ist die frühe Beteiligung der Atemmuskulatur, die in bis zu 16% der Fälle sogar für die Initialsymptome verantwortlich ist[15]. So macht sich eine Diaphragmaschwäche oftmals zunächst im Schlaf – insbesondere im REM-Schlaf (da hier fast nur das Zwerchfell für die Atemarbeit verantwortlich ist) – bemerkbar[13;16]. Die Patienten klagen dann häufig über Tagesmüdigkeit und morgendliche Kopfschmerzen. Die Abgrenzung zu anderen zum Teil häufigeren (Neuro-) Muskelerkrankungen ist nicht immer naheliegend und kann auch interdisziplinäre Unterstützung erfordern. Allerdings ist die Einbeziehung des Morbus Pompe (Glykogenose Typ II) in die eigene Differentialdiagnose der wichtigste Schritt zur Diagnose.

Hilfreich können neben der körperlichen Untersuchung u.a. nachfolgende angegebene Untersuchungen sein:

Trendelenburg-Gang

Trendelenburg-Gang (Quelle: Genzyme GmbH)

Gowers-Manöver

Gowers Manöver (Quelle: Genzyme GmbH)

Elektromyographie (EMG) bei Morbus Pompe-Patienten

Die abgeleiteten Aktionspotenziale der Muskelkon­trak­tionen geben Aufschluss über einzelne motorische Einheiten und dienen zur Unterscheidung zwischen entzündlichen oder chronischen Denervations­prozessen und Myopathien. Auffällig bei Morbus Pompe ist ein myopathisches Muster mit pseudomyotonen Entladungen, Fibrillationspotenzialen und monophasischen positiven Wellen ohne Veränderungen der motorischen und senso­rischen Reizleitung[7]. Bei erwachsenen Pompe-Patienten können einige Muskelgruppen aber auch völlig normale Messdaten ergeben.

Laborchemische Untersuchungen bei Morbus Pompe-Patienten

Einen weiteren Hinweis auf eine Muskelschädigung gibt die oft deutlich erhöhte (bis ca. 15-fach) Kreatinkinase (CK) besonders bei einer insgesamt verdächtigen Konstellation klinischer Krankheitszeichen[8]. Bei frühkindlichen Verlaufsformen können CK-Werte bis zu 2.000 U/l gemessen werden, während bei erwachsenen Patienten auch Normalwerte vorliegen können. Die „Leberenzyme“ Aspartat-Aminotransferase (AST; veraltet Glutamat-Pyruvat-Transaminase, GPT), Alanin-Aminotransferase (ALT; veraltete Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, GOT) und Laktatdehydrogenase (LDH) sind in der Regel erhöht, wobei diese Werte häufig irrtümlich als Zeichen eines ausgeprägten Leberschadens und nicht als Hinweise auf einen Muskelschaden interpretiert werden. Der intra­zelluläre, zytosolische Glukose- bzw. Glykogenmeta­bolismus ist bei Morbus Pompe nicht relevant gestört, es kommt deshalb nicht zu Hypoglykämien.

EKG und kardiale Sonographie bei Morbus Pompe-Patienten

Das Ausmaß der Herzbeteiligung dient u.a. auch zur Unterscheidung der klassischen, infantilen von der juvenilen Verlaufsform. Das Herz ist bei der infantilen Verlaufsform üblicherweise stark vergrößert und zeigt zunehmend Zeichen der Insuffizienz. Im EKG findet sich ein verkürztes PR-Intervall und ein verbreiterter QRS-Komplex.

Zwar sind klinisch relevante Herzbeteiligungen wie bei der infantilen Verlaufsform bei der verzögerten Verlaufsform sehr selten, dennoch kann es bei einigen Patienten durch eine Beteiligung des Reizleitungssystems zu Herzrhythmus­störungen kommen[11].

Ischämietest bei Morbus Pompe-Patienten

Da der Laktatstoffwechsel bei Pompe-Patienten normal ist, wird der Ischämietest am Oberarm des Patienten ohne pathologischen Befund bleiben und kann differentialdiagnostisch zum Ausschluss mitochon­drialer Myopathien dienen.

Lungenfunktionsuntersuchung bei Morbus Pompe-Patienten

Lungenfunktionsuntersuchung bei Morbus Pompe
9-jähriger Junge mit Morbus Pompe bei der Lungenfunktionsprüfung im Sitzen (Bildquelle: Villa Metabolica, Universitätskinderklinik Mainz)

Ein Hinweis auf eine muskulär bedingte Atemschwäche bzw. Diaphragmaschwäche lässt sich mit der Messung der (forcierten) Vitalkapazität (FVC, bzw. VC) im Sitzen und im Liegen nachweisen. Falls dies technisch nicht möglich ist, sollte der Hustenstoß im Sitzen und im Liegen beobachtet werden[9;13;15].

Bei der klinischen Untersuchung fällt ggf. insbesondere im Liegen eine paradoxe Atmung auf (Bauchdecke fällt bei Inspiration ein, bzw. wölbt sich bei Expiration nach vorn)

Paradoxe Atmung

Bauchbewegung bei normaler und bei paradoxer Atmung infolge einer Zwerchfellschwäche (Quelle: Genzyme GmbH)

Polysomnographie

In der Polysomnographie fallen zyklische Entsättigungen – initial nur im REM-Schlaf, später auch in anderen Schlafphasen – auf. Ursache ist eine Zwerchfellschwäche, die sich vor allem im REM-Schlaf demaskiert, da in dieser Schlafphase praktisch nur das Diaphragma die Atemarbeit leistet. Dies führt zu einer insbesondere REM-Schlaf assoziierten alveloären Hypoventilation mit konsekutivem pCO2-Anstieg und pO2-Abfall. Ohne die Messung des pCO2 ist eine Verwechslung mit den wesentlich häufigeren obstruktiven Schlafapnoen (OSAS) leicht möglich, zumal ein Teil der Patienten zusätzlich auch an einem OSAS leiden kann. Fehlt die Möglichkeit zur kontinuierlichen pCO2-Messung, kann auch ein erhöhtes Standardbicarbonat (Hydrogencarbonat; HCO3-) bzw. ein Basenüberschuss (positiver base excess, BE) in einer morgendliche Blutgasanalyse am Ende der Untersuchung einen entsprechenden Hinweis liefern[15].

Bestätigung der Diagnose Morbus Pompe durch Bestimmung der Enzymrestaktivität

Die Bestätigung der klinischen Diagnose bestand lange Zeit im Nachweis des praktisch völligen Fehlens (klassische oder infantile Verlaufsform) bzw. der massiven Verminderung (späte Verlaufsform) der sauren alpha-Glukosidase (GAA)-Aktivität in Geweben, wie z.B. in gereinigten Lymphozyten, kultivierten Hautfibroblasten oder bioptisch gewonnenem Muskelgewebe. Mit dem Einsatz von Acarbose zur Verhinderung von Interferenzen neutraler Glukosidasen ist die Bestimmung der sauren α-Glukosidase-Aktivität in Blutlymphozyten eine sichere, nichtinvasive und schnelle Methode zur Diagnosesicherung. Besonders einfach lässt sich die Testung durch Verwendung einer Trockenblutkarte in die klinische Routine integrieren[14].

Die Testmethode mittels Trockenblut (engl. Dried blood spot = DBS) ist seit vielen Jahrzehnten u.a. im Neugeborenen-Screening (sog. Guthrie-Karte) etabliert. Sie erfordert nur wenige Blutstropfen und stellt – im Gegensatz zur „flüssigen“ Vollblutprobe – keine besonderen Anforderungen an die Logistik für den Probenversand. Zudem erlaubt die Technik in entsprechenden Speziallabors ggf. auch eine direkte molekularbiologische Bestätigungsdiagnose aus demselben Untersuchungsmaterial.

Informationen zu der Abbildung

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Diagnostik bei Morbus Pompe

Besteht aufgrund von Beschwerden der Verdacht auf Morbus Pompe, kann dieser durch Laboruntersuchungen relativ einfach bestätigt oder ausgeschlossen werden. In der Regel reicht ein Bluttest aus, bei dem die Aktivität des Enzyms alpha-1,4-Glukosidase gemessen wird. Die Blutprobe kann in der Arztpraxis entnommen und zur Analyse in ein spezialisiertes Labor geschickt werden. Sobald bei Ihnen der Verdacht auf einen Morbus Pompe besteht, sollten Sie umgehend mit einem Pompe-Zentrum (siehe Zentren) Kontakt aufnehmen.

Pränatale Diagnostik der Pompe-Erkrankung

Die Diagnosestellung des Morbus Pompe ist bei begründetem Verdacht oder bekannter Familienanamnese auch vorgeburtlich anhand einer Amniozentese oder durch eine Enzymaktivitätsbestimmung in Chorionzottenzellen möglich.

Mutationsanalyse der Pompe-Erkrankung

Der Nachweis des Gendefekts dient der Identifikation möglicher Träger innerhalb einer Familie bzw. für die genetische Beratung bei Paaren mit Kinderwunsch und entsprechender familiärer Belastung. Für die Diagnose­sicherung ist eine Genanalyse möglich, meist aber nicht erforder­lich.

Mögliche Fehldiagnosen bei Morbus Pompe

Abhängig von der Ausprägung der klinischen Symptomatik und dem Alter der Erstmanifestation kann es zu diagnostischen Fehldeutungen kommen. Häufig wird der Verdacht auf eine muskuläre Dystrophie des Beckengürtels oder vom Typ Duchenne bzw. Becker sowie einer Polymyositis gelenkt.

[7] American Association of Neuromuscular & Electrodiagnostic Medicine (AANEM). Diagnostic criteria for late-onset (childhood and adult) Pompe disease. Muscle Nerve. 2009; 40: 149-160
[8] Ausems MGEM et al. A diagnostic protocol for adult-onset glycogen storage disease type II. Neurology. 1999; 52: 851-853
[9] Cupler EJ et al. Consensus treatment recommendations for late-onset Pompe disease. Muscle Nerve. 2012; 45: 319-333
[10] Hagemans ML et al. Fatigue: an important feature of late-onset Pompe disease. J Neurol. 2007; 254: 941-945
[11] Hahn A et al., M. Pompe im Kindesalter – Aktueller Stand der Diagnostik und Therapie. Monatsschr Kinderheilkd. 2012; 160: 1243-1250
[12] Kishnani-PS et al. . A retrospective, multinational, multicenter study on the natural history of infantile-onset Pompe disease. J Pediatr. 2006; 148: 671-676
[13] McCool FD et al. Dysfunction of the diaphragm. N Engl J Med. 2012; 366:932-942
[14] Mechtler TP et al. Short-incubation mass spectrometry assay for lysosomal storage disorders in newborn and high-risk population screening. J Chromatogr B Analyt Technol Biomed Life Sci. 2012; 908: 9-17
[15] Mellis U et al. Pompe disease: A neuromuscular disease with respiratory muscle involvement. Resp Med. 2009; 103: 477-484
[16] Perrin C et al. Pulmonary complications of chronic neuromuscular diseases and their management. Muscle Nerve. 2004; 29: 5-27
[17] van den Hout HM et al. The natural course of infantile Pompe's disease: 20 original cases compared with 133 cases from the literature. Pediatrics. 2003; 112: 332-340
[18] Winkel LPF et al. The natural course of non-classic Pompe's disease; a review of 225 published cases. J Neurol. 2005; 252: 875-884.

Vererbung des Morbus Pompe

Morbus Pompe ist eine autosomal rezessiv vererbbare Erkrankung, die beide Geschlechter in gleicher Weise betrifft. Die Mutation befindet sich auf dem langen Arm des Chromosoms 17 (17q25.3)[23].

Wenn beide Eltern Träger eines fehlerhaften Gens (und damit Träger der Erkrankung) sind, besteht bei jeder Schwangerschaft eine 25%ige Wahrscheinlichkeit, dass das Kind erkrankt. Ebenso hoch (25%) ist die Wahrschein­lichkeit, dass an das Kind jeweils das normale Gen weitergegeben wird.

Dieses Kind ist dann nicht nur völlig gesund, sondern zudem auch kein Träger der Erkrankung.

In 50% der Fälle erbt ein Kind nur 1 fehlerhaftes Gen. Dieses Kind ist dann selbst nicht betroffen, da wegen des einen gesunden Gens so viel Enzym (saure α-Glukosidase) gebildet wird, dass das lysosomale Glykogen (die  Speichersubstanz bei M. Pompe) abgebaut werden kann. Dieses Kind ist aber weiterhin Träger der Erkrankung[20;21].

Autosomal-rezessiver Erbgang

Mehr als 450 verschiedene Mutationen sind bis heute identifiziert worden, die größtenteils am Medizinischen Zentrum der Erasmus Universität, Rotterdam, aktualisiert, katalogisiert und nach dem Schweregrad der Erkrankung eingeteilt werden. Obwohl sich einige Mutationen nur bei der späten Verlaufsform finden, lässt sich bisher keine klare Genotyp-Phänotyp-Korrelation für Morbus Pompe nachweisen[21;23].

Zurzeit wird eine gesamte Inzidenz von 1:40.000 pro Geburten angenommen. Diese Annahme wird durch zwei Erhebungen aus den Niederlanden (3.000 Teilnehmer) und New York (928 Teilnehmer) gestützt. Erstmalig konnte diese Erhebung das gehäufte Auftreten von Morbus Pompe in bestimmten ethnischen Bevölkerungsgruppen nach­weisen. 25% der Untersuchten waren Afro-Amerikanischer Abstammung und zeigten eine deutlich höhere Inzidenz von 1:14.000. Auch in Taiwan ist die Inzidenz des M. Pompe erhöht[19]. Aktuelle Daten aus einem im Rahmen einer Studie landesweit durchgeführten Neugeborenen-Screening in Österreich legen nahe, dass Morbus Pompe möglicherweise sogar bei bis zu 1 von etwa 9.000 Neugeborenen vorkommen könnte[22].

(Quelle: Genzyme GmbH)

[19] Burton BK. Newborn Screening for Pompe Disease: An Update, 2011. Am J Med Genet Part C Semin Med Genet C. 2012; 160C 8-12
[20] Hirschhorn R, Reuser AJJ. Glycogen Storage Disease Type II: Acid Alpha-glucosidase (Acid Maltase) Deficiency. In: Scriver C, Beaudet A, Sly W, Valle D, eds. The Metabolic and Molecular Bases of Inherited Disease. 8th Edition. New York: McGraw-Hill, 2001; 3389-3420
[21] Kroos M et al. The genotype-phenotype correlation in Pompe disease. Am J Med Genet Part C Semin Med Genet. 2012; 160C:59-68
[22] Mechtler TP, Stary S, Metz TF, et al. Neonatal screening for lysosomal storage disorders: feasibility and incidence from a nationwide study in Austria. Lancet 2012; 379: 335-341
[23] The Pompe Center at Erasmus Medical Center Rotterdam (The Netherlands). A registry of mutations of human acid alpha-glucosidase (http://www.erasmusmc.nl/klinische_genetica/research/lijnen/pompe_center/3909417/?lang=en)

Das deutsche Heilmittelwerbegesetz (HWG) schreibt vor, den Zugang zu fachspezifischen Inhalten zu rezeptpflichtigen Medikamenten nur Fachkreisen zu ermöglichen.

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Eine kausale Therapie für Patienten mit Morbus Pompe verfügbar

Seit März 2006 steht zur spezifischen und ursächlichen Behandlung aller Verlaufsformen des Morbus Pompe eine kausale Therapie mit rekombinant hergestellter saurer α-Glukosidase zur Verfügung.

Selbsthilfegruppe (SHG) der Pompe-Erkrankung

Hilfe können Patienten oder Angehörige auch bei Selbsthilfe-Organisationen in Deutschland finden. Hier gibt es innerhalb der Selbsthilfe-Gruppe Glykogenose e.V. eine Arbeitsgruppe für den M. Pompe, die sich seit Jahren sehr aktiv für die Belange Betroffener oder Angehöriger einsetzt.

Die Morbus Pompe-Arbeitsgruppe ist in Deutschland mit weiteren Hilfsgruppen seltener Erkrankungen und international mit der IPA (International Pompe Association) vernetzt.

Verlaufsformen des Morbus Pompe

Klassische, bzw. Früh- oder Infantile Verlaufsform der Pompe-Erkrankung

Bei der schwersten Verlaufsform des Morbus Pompe treten die Krankheitszeichen und Symptome bereits innerhalb der ersten Lebenswochen oder –monate auf. Üblicherweise verfügen diese Patienten über weniger als 1% der normalen sauren α-Glukosidaseaktivität. Diese Verlaufsform ist zudem charakterisiert durch eine  rasche Progredienz. Eine massive Herzvergrößerung – eine Besonderheit der klassischen Verlaufsform – steht klinisch rasch mit im Vordergrund. Ebenso ist (wenngleich klinisch meist von sekundärer Bedeutung) sehr häufig auch die Leber vergrößert. In der Regel liegt keine Beteiligung des Zentralnervensystems und damit keine kognitiven Beeinträchtigungen vor. Der Muskeltonus ist deutlich abgeschwächt, dadurch wirken die Kinder schlaff (im englischen Sprachraum als „floppy baby" oder „floppy infant“ bezeichnet). Die Spontanbewegungen sind im Vergleich zu gleichaltrigen Gesunden deutlich reduziert. Die normalen (insbesondere motorischen) Meilensteine der kindlichen Entwicklung werden häufig nicht oder nur verzögert erreicht, oder gehen gar wieder verloren. Nur die wenigsten Patienten lernen frei laufen, die meisten müssen im Verlauf beatmet werden. Häufig kommt es in Folge der Muskelschwäche auch zu einer Trinkschwäche, die häufig durch erkennbare Anstrengung des Säuglings beim Saugen mit starkem Schwitzen und Erschöpfung gekennzeichnet ist.

Hieraus resultieren Gedeihstörungen. Nicht selten führen diese auch für Laien erkennbaren Symptome die Eltern zum Arzt. Infolge der rasch voranschreitenden Schädigung der für die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen unabdingbaren Muskulatur (insbesondere Diaphragma und Herz) versterben Patienten mit der infantilen Verlaufsform in der Regel noch im ersten Lebensjahr aufgrund eines kardio-respiratorischen Versagens. Schätzungen zufolge liegt bei etwa einem Drittel der Pompe-Patienten die infantile, also die bereits im Säuglingsalter in Erscheinung tretende Verlaufsform, vor.

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Nicht-klassische, bzw. juvenil-, adulte Verlaufsform der Pompe-Erkrankung

Tritt die Pompesche-Erkrankung erst im Kindes-,  Jugend- oder im Erwachsenenalter in Erscheinung, dann ist das Beschwerdebild zunächst häufig sehr heterogen. Manchmal deutet es eher auf das Vorliegen einer anderen neuromuskulären, bisweilen auch orthopädischen oder pulmonologischen Erkrankung hin. Die Betroffenen verfügen im Vergleich zu Patienten mit infantiler Verlaufsform über eine höhere Enzymrestaktivität (bis max. 40% des Normalwertes). Die Pompe-Erkrankung schreitet bei dieser Verlaufsform daher meist langsamer fort als bei Patienten mit infantiler Verlaufsform und kann individuell durchaus sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Patienten werden oft durch Behinderungen beim Gehen oder Treppensteigen auffällig. Hierbei ist eine progrediente proximale Muskelschwäche auffällig, die relativ häufig als Muskeldystrophie vom Typ Duchenne bzw. Becker oder als unklare Gliedergürteldystrophie fehlgedeutet wird. Auch können respiratorische Symptome noch vor der Muskelschwäche auftreten.

In einigen Fällen finden sich Gangunsicherheiten und Spitzfußstellungen, eine Hepatomegalie, aber nur sehr selten eine Herzbeteiligung in Form einer Cardiomegalie (Herzrhythmusstörungen, vermutlich als Folge einer Beteiligung des Reizleitungssystems, sind jedoch beschrieben). Eine Degeneration insbesondere der paraspinalen Skelettmuskulatur führt zur Lordose und lumbalen Skoliose, die nicht selten auch chirurgisch korrigiert werden muss. Bei einigen Patienten treten während der Erkrankung nur leichte Krankheitszeichen mit lediglich geringfügigen Beeinträchtigungen auf. Andere Patienten werden dagegen im Verlauf rollstuhl- und/oder sogar beatmungspflichtig. Insbesondere aufgrund der progredienten, muskulär bedingten respiratorischen Insuffizienz (insbesondere Diaphragmaschwäche) bis hin zum respiratorischen Versagen ist die Lebenserwartung bei Pompe-Patienten in der Regel verkürzt.

Informationen zu der Abbildung

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Genaue Angaben zur Häufigkeit des Morbus Pompe sind aufgrund der Seltenheit der Erkrankung und fehlender umfassender Erhebungen bisher nicht möglich. Die Erkrankung tritt weltweit auf, Schätzungen zufolge bei ungefähr 1 von 40.000 Lebendgeburten. Die Sicherung der Diagnose kann heute nach übereinstimmender Meinung von Experten mittels einer einfachen Messung der Enzymaktivität in Lymphozyten aus einer Blutprobe gestellt werden.

Bei einem pathologischen Ergebnis der Enzymatik wird häufig zur Absicherung eine molekulargenetische Untersuchung initiiert. Die früher übliche Diagnosesicherung durch eine Muskelbiopsie bzw. durch Kultur bioptisch gewonnener Fibroblasten  ist heute zur Diagnose eines M. Pompe nicht mehr erforderlich, zumal Muskelbiopsien ohne vorherige Bildgebung in bis zu 30% falsch negative Ergebnisse liefern, da nicht alle Muskeln bzw. Muskelanteile gleich betroffen sind.

(Quelle: Genzyme GmbH)

Natürlicher Spontanverlauf des M. Pompe: Während der Verlauf der (unbehandelten) infantilen Fälle recht ähnlich und zumeist rasch tödlich verläuft, ist der Verlauf der juvenilen bzw. adulten Verlaufsform wesentlich heterogener. Typisch ist jedoch die häufig rasche Verschlechterung, sobald ein gewisser Schweregrad erreicht wurde. Basierend auf Hirschhorn & Reuser. The Metabolic and Molecular Basis of Inherited Disease. (2001) 8th edition; Hagemans MLC et al. Neurology. 2005; 64: 2139-2141; Hagemans MLC et al. Neurology. 2006; 66:581-583.

Krankheitsregister für Morbus Pompe

Um den Pompe-Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zu bieten, spielt der Zugang zu Informationen eine wichtige Rolle. Informationen über Pompe sind aber nur begrenzt verfügbar, da diese Erkrankung relativ selten vorkommt und eine kausale Therapie erst seit 2006 verfügbar ist und eingesetzt wird.

2004 startete ein weltweites Pompe-Register. Anfang 2012 waren 1059 Patienten aus 32 Ländern eingeschlossen.

Das Morbus Pompe-Register ist eine internationale Datenbank, mit deren Hilfe die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Krankheitsbild und zur Therapie von Morbus Pompe erweitert werden sollen. Aus diesem Grund steht die Teilnahme allen Ärzten offen, die Patienten mit einer gesicherten Diagnose betreuen, unabhängig davon, ob der Patient bereits therapiert wird.

Das Morbus Pompe-Register hat ausschließlich beobachtenden Charakter, der behandelnde Arzt legt Umfang und Intervall klinischer Verlaufskontrollen anhand individueller Erfordernisse seines Patienten fest. 2012 wurde die Datenbank auf eine neue Plattform migriert, die Ärzten und Patienten neue Möglichkeiten eröffnet. Genzyme sichert die Funktion dieser Datenbank und unterstützt sie finanziell, erhält jedoch zu keinem Zeitpunkt personenbezogene Patientendaten. Alle Informationen zu den teilnehmenden Ärzten und Patienten, die vorab schriftlich der Teilnahme zustimmen müssen, werden nur anonymisiert in die Datenbank eingegeben. Der Schutz der Privatsphäre und der personenbezogenen Daten steht absolut im Vordergrund.

Ziele des Morbus Pompe-Registers sind:

  • Verbesserung der Erkenntnisse zur Variabilität, Progression, Diagnose und dem natürlichen Verlauf der Hauptmanifestationen des Morbus Pompe
  • Die Optimierung der medizinischen Patienten-Versor­gung durch die Entwicklung von Empfehlungen zur Verlaufskontrolle sowie die Erstellung von Berichten zum Krankheitsverlauf
  • Beschreibung der Pompe-Patientenpopulation in ihrer Gesamtheit
  • Evaluierung der Langzeit-Wirksamkeit und -sicherheit der verfügbaren Behandlungsoptionen und Hilfsmittel, einschließlich der Enzymersatztherapie

Pompe Registerbroschüre können Sie im Bereich Servicematerialien bestellen.

Expertenzentren

Spezialisierte Kliniken und Zentren, die sich mit den Erkrankungen M. Gaucher / M. Fabry / M. Pompe und MPS I beschäftigen, sind hier aufgelistet.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Patient – vom ersten Verdacht auf eine lysosomale Speicherkrankheit bis zur Therapie – oft eine Odyssee bei unterschiedlichen Fachärzten durchläuft.

Spezialisierte Kliniken und Zentren verfügen über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Patienten mit lysosomalen Speicherkrankheiten. Dieses Wissen möchten sie Ärzten und Patienten gerne zur Verfügung stellen und haben deswegen ihre Kontaktdaten angegeben.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die entsprechenden Kliniken und Zentren.

Hinweis:
Die auf dieser Website befindliche Liste von spezialisierten Kliniken bzw. Zentren ist nicht abschließend. Bislang nicht aufgeführte Zentren können jederzeit ergänzt werden.

Pompe Zentren

Reihenfolge nach Postleitzahl

Universitätsklinikum Dresden
Klinik für Kinderheilkunde

Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Ansprechpartner für infantile Verlaufsform:
Dr. med. Martin Smitka
Telefon: (0351) 4582243
E-Mail: martin.smitka@remove-this.uniklinikum-dresden.de

Universitätsklinikum Halle
Neurologie

Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Frau Dr. Ilka Schneider
Telefon: (0345) 5572858
neurologie@uk-halle.de

Charité, Campus Virchow-Klinikum
Interdisziplinäres Stoffwechsel-Centrum

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Ursula Plöckinger/ Dr. med. Nikolaus Tiling
Telefon: (030) 450553814
E-Mail: swc@remove-this.charite.de

Charité, Campus Virchow-Klinikum
Otto-Heubner-Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Pädiatrisches Stoffwechselzentrum

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Telefon: (030) 450566585

Asklepios Klinik St. Georg Hamburg
1. Medizinische Abteilung
Stoffwechselambulanz für Erwachsene
Haus O
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Martin Merkel
Telefon: (040) 18 1885-2352, Fax: (040) 18 1885-2323
E-Mail: m.merkel@remove-this.asklepios.com

Kinderkrankenhaus auf der Bult
Allg. Kinderheilkunde II

Janusz-Korczak-Allee 12
30173 Hannover
Ansprechpartner für juvenile Verlaufsform:
Dr. med. Kay Müller-Deile
Telefon: (0511) 81153323
E-Mail: mueller-deile@remove-this.hka.de

Universitätsklinikum Gießen
Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie

Feulgenstr. 12
35392 Gießen
Ansprechpartner für infantile und juvenile Verlaufsform:
PD Dr. med. Andreas Hahn
Telefon: (0641) 9943481
E-Mail: Andreas.Hahn@remove-this.paediat.med.uni-giessen.de

Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Neurologische Klinik

Bürrkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Matthias Vorgerd
Telefon: (0234) 3026806
E-Mail: matthias.vorgerd@remove-this.ruhr-uni-bochum.de

Centrum für Seltene Erkrankungen (CeSER)
Universitäts-Kinderklinik
Frau Dr. Nesrin Karabul
Alexandrinenstr. 5
44791 Bochum
Telefon: 0234-5092610
Fax: 0234-5092612
E-Mail: n.karabul@remove-this.klinikum-bochum.de

Universitätsklinikum Münster

  • Klinik für Kinderheilkunde
    Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A/B
    48149 Münster
    Ansprechpartner für infantile, juvenile und adulte Verlaufsform:
    Prof. Dr. med. Thorsten Marquardt
    Telefon: (0251) 8356494
    E-Mail: marquat@remove-this.uni-muenster.de

  • Klinik für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen
    Universitätsklinikum Münster
    Albert-Schweitzer-Campus 1
    Gebäude A1
    48149 Münster
    Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
    Prof. Dr. med. Peter Young
    E-Mail: sekretariat-schlaf-muskel-epi@remove-this.ukmuenster.de

Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Neurologie

Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
PD Dr. med. Cornelia Kornblum
Telefon: (0228) 28715712
E-Mail: cornelia.kornblum@remove-this.ukb.uni-bonn.de

Universitätsklinikum Mainz
Kinderklinik

Villa Metabolica

Langenbeckstraße 2
55131 Mainz
Ansprechpartner für infantile, juvenile und adulte Verlaufsform:
Dr. med. Eugen Mengel
Telefon: (06131) 175754, Fax: (06131) 175672
E-Mail: mengel@remove-this.kinder.klinik.uni-mainz.de

HSK - Dr. Horst Schmidt Kliniken GmbH
Zentrum für seltene Erkrankungen (ZSE)
Ludwig-Erhard-Strasse 100
65199 Wiesbaden
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Maurizio Scarpa
Dr. med. Christina Lampe
Telefon: (0611) 43 2326
E-Mail: Christina.Lampe@remove-this.hsk-wiesbaden.de

Stiftung Deutsche Klinik für Diagnostik GmbH
Fachbereich Neurologie

Aukammallee 33
65191 Wiesbaden
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
PD Dr. med Bertold Schrank
Telefon: (0611) 577431
E-Mail: schrank.neuro@remove-this.dkd-wiesbaden.de

Seidel-Klinik
Neurologie

Hebelweg 4
79415 Bad Bellingen
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Franz X. Glocker
Telefon: (07635) 30195
E-Mail: franz.glocker@remove-this.mediclin.de

Friedrich-Baur-Institut
Ziemssenstr. 1a
80336 München
Ansprechpartner für juvenile und adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Benedikt Schoser
Telefon: (089) 51607400
E-Mail Benedikt.Schoser@remove-this.med.uni-muenchen.de

Krankenhaus Dritter Orden
Kinder- und Jugendmedizin

Franz-Schrank-Str. 8
80638 München
Ansprechpartner für juvenile Verlaufsform:
Dr. med. Martina Baethmann
Telefon: (089) 17952602
E-Mail: m.baethmann@remove-this.dritter-orden.de

Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Innere Medizin II

Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Dr. med. Christian Schumann
Telefon: (0731) 5000
E-Mail: christian.schumann@remove-this.uniklinik-ulm.de

Krankenhaus Rummelsberg
Neurologie

Rummelsberg 71
90592 Schwarzenbruck
Ansprechpartner für juvenile und adulte Verlaufsform:
PD Dr. med. Martin Winterholler
Telefon: (09128) 503437
E-Mail: kru-neurologie@remove-this.sana.de

Universitätsklinikum Erlangen
Neurologische Klinik

Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Max-Josef Hilz
Telefon: (09131) 8534444
E-Mail: max.hilz@remove-this.uk-erlangen.de

Universitätsklinikum Würzburg
Neurologie

Josef-Schneider-Str. 11
97080 Würzburg
Ansprechpartner für adulte Verlaufsform:
Prof. Dr. med. Karlheinz Reiners
Telefon: (0931) 20123758
E-Mail: k.reiners@remove-this.uni-wuerzburg.de